Wer nach Rheinland-Pfalz kommt, trifft auf ein undurchsichtiges System aus Gesetzen und Zuständigkeiten. Juristin Ann-Christin Bölter vom Initiativausschuss für Migrationspolitik berät Geflüchtete und setzt sich für ihre Rechte ein. Sie sieht große Hürden beim Ankommen – von gefährlichen Fluchtwegen über lange Verfahren bis zu fehlender Unterstützung vor Ort. Integration, sagt sie, werde in Deutschland noch immer als Bringschuld verstanden, nicht als gemeinsame Aufgabe.
Diskriminierung, Sprachbarrieren und fehlende Unterstützung prägen oft den Alltag Zugewanderter. Juristin Ann-Christin Bölter berichtet von subtilen Benachteiligungen, rechtlichen Lücken und fehlender professioneller Sprachmittlung. Zugleich sieht sie Fortschritte: mehr Bewusstsein, neue Beratungsangebote und Gerichte, die Grundrechte konsequent schützen.
Tornike Murtskhvaladze ist Leiter des Welcome Center Hannover, Tatia Chkhenkeli ist dort Beraterin. Zusammen helfen sie Unternehmen bei der Gewinnung und Integration internationaler Fachkräfte. Sie sind überzeugt: Ohne persönliche Begleitung der Menschen kann das Ankommen in Deutschland nicht gut funktionieren.
Das Welcome Center Hannover berät bei der Integration internationaler Fachkräfte und Auszubildender. Für dessen Leiter Tornike Murtskhvaladze und für die Beraterin Tatia Chkhenkeli geht es dabei nicht nur um das rein Betriebliche. Sie wollen den Menschen auch Ängste...
Tornike Murtskhvaladze und Tatia Chkhenkeli vom Welcome Center Hannover sprechen über die Anziehungskraft Deutschlands, über international unterschiedliche Arbeitsanforderungen und Arbeitskulturen.
Axel Rolfsmeier (59 Jahre) arbeitet im Programm „Neustart im Team (NesT)“, einem staatlich-zivilgesellschaftlichen Programm zur Aufnahme besonders schutzbedürftiger Flüchtlinge. Im Interview berichtet er über die spezielle Situation dieser Geflüchteten.
Ehrenamtliche zu suchen, auszubilden und in ihrer Rolle als Mentor*innen für besonders schutzbedürftige Flüchtlinge zu unterstützen, ist Axel Rolfsmeiers (59) Aufgabe im Programm NesT. Welche vielfältigen Funktionen diese Ehrenamtlichen für die Geflüchteten erfüllen, erzählt er im Interview.
Geflüchtete, die über ein Resettlement-Programm nach Deutschland kommen, haben einen privilegierten Zugang zum Arbeitsmarkt. Warum eine Integration in den ersten Arbeitsmarkt für diese besondere Gruppe dennoch die Ausnahme darstellt, erläutert Axel Rolfsmeier (59).
Hakan Demir (40) ist Bundestagsabgeordneter und Kandidat der SPD bei den anstehenden Bundestagswahlen. Im Innenausschuss hat er an der Reform des Fachkräfteeinwanderungsgesetzes mitgewirkt.
Hakan Demir (SPD) vertritt im Bundestag Berlin-Neukölln, ein Bezirk der oft als Beispiel für die Probleme der multikulturellen Gesellschaft gilt. Tatsächlich, sagt Demir, sieht man in Neukölln auch, wie Integration gelingen kann.
Hakan Demir (40), Migrationsexperte der SPD-Fraktion im Bundestag, spricht über berufliche Erfolgsgeschichten von Geflüchteten und über die Polarisierung der Migrationsdebatte.
Misbah Khan (35) ist rheinland-pfälzische Spitzenkandidatin der Grünen bei der Bundestagswahl. Aus ihrer Sicht benötigt Deutschland mehr Digitalisierung, weniger Bürokratie und eine Willkommenskultur, um für Fachkräfte attraktiver zu werden.
Die Integration in Gesellschaft und Arbeit gehören für Misbah Khan, Bundestagsabgeordnete der Grünen, zusammen. Sie fordert eine zuverlässigere Finanzierung von Sprach- und Integrationsmaßnahmen.
Misbah Khan (35) Bundestagskandidatin der Grünen im Wahlkreis Neustadt-Speyer, wirbt für den Spurwechsel von der Asyl- in die Erwerbsmigration und fordert, die Diskriminierung ausländischer Fachkräfte zu bekämpfen.
Anna Szot (46) berät Arbeiter aus Osteuropa, die in deutschen Schlachthöfen arbeiten. Ihr Netzwerk „Faire Mobilität“ ist ein Beratungs- und Informationsangebot des Deutschen Gewerkschaftsbundes für Erwerbstätige aus EU-Ländern.
Wohnen in Sammelunterkünften – das ist die Lebensrealität vieler osteuropäischer Arbeitnehmender in der deutschen Fleischindustrie. Wie Anna Szot von „Faire Mobilität“ beschreibt, kann das zu Konflikten führen bis hin zur Gewalt.
Anna Szot von „Faire Mobilität“ beschreibt die Härten der Arbeit im Schlachtbetrieb, arbeitsrechtliche Missstände und eine Betriebskultur, die Fluktuation statt Integration fördert.
Susanne Droux und Catherine Karaja sind beim Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA Bayern für Fachkräftesicherung zuständig. Sie berichten von den Erfolgen, aber auch von den Hürden und Flaschenhälsen bei der Zuwanderung ausländischer Beschäftigter.
Catherine Karanja und Susanne Droux (DEHOGA Bayern) empfehlen Betrieben im Gastgewerbe, sich ausländischen Mitarbeitenden und Auszubildenden besonders zuzuwenden. Aus ihrer Sicht können schon Kleinigkeiten, das Leben in Deutschland erleichtern.
Sie helfen beim Matching und werben für interkulturelle Balance im Betrieb: Susanne Droux und Catherine Karaja. Susanne Droux ist Geschäftsführerin, Catherine Karanja Referentin des Bereichs Berufsbildung und Fachkräftesicherung beim Branchenverband DEHOGA Bayern.
Peter Schreiber (46) leitet eine Kindertagesstätte in Oldenburg, die als Maßnahme gegen den Fachkräftemangel spanische Erzieherinnen anwirbt und mit ihnen berufliche Perspektiven in Deutschland entwickelt. Die Anerkennung von Qualifikationen stellt innerhalb der EU kein größeres Problem dar, auch wenn man mal ein paar Monate warten muss.
Kita-Leiter Peter Schreiber (46) will ausländischen Fachkräften auch Gemeinschaft bieten. Heimweh, das Fehlen der Familie und das deutsche Wetter erschwerten das Leben fern der Heimat. Gemeinsame Aktivitäten mit Kolleg*innen seien eine Hilfe. Dafür hat er ein Buddy-Programm auf den Weg gebracht.
Kita-Leiter Peter Schreiber (46) findet, dass der Kindergarten ein Abbild der vielfältigen Gesellschaft sein sollte. Die ausländischen Fachkräfte bekämen neue Berufsperspektiven, die Kinder profitierten von multinationalen und multisprachlichen Teams. Doch dieser Ansatz löst bei manchen auch Widerstände aus, gegen die man sich klar positionieren müsste.
Katalin Balanyi (53) hat eine erlebnisreiche Erwerbs- und Migrationsgeschichte. Im Verlauf ihres Lebens arbeitete sie im Gesundheitswesen, als Manager-Assistentin, als Geschäftsführerin des Familienhandwerkbetriebs oder als Sozialarbeiterin. Sie war Gastarbeiterin in Dachau Anfang der Neunziger, ging zurück nach Ungarn und kehrte 2009 mit ihrer Familie nach Deutschland zurück. Sie blieb. Ihre Geschichte handelt von dem Wunsch, ein besseres Leben zu führen und von der Kraft der Hartnäckigkeit.
In einem neuen Land Fuß zu fassen, ist als Familie schon herausfordernd genug: Eine neue Umgebung, Verständigungsschwierigkeiten und eine neue Kultur. Wenn dann noch die Ehe scheitert, kann das zu existentiellen Sorgen führen. Wie sie es trotzdem durchgestanden hat, erzählt Katalin Balanyi (53) hier.
Die Anerkennungen von Qualifikationen aus dem Ausland sind zeitaufwändig und oft auch nervenaufreibend. In dem Fall von Katalin Balanyi (53) gab es im Jahre 2009 keine richtigen Beratungsangebote und keine Erfahrungen innerhalb der staatlichen Institutionen. Wie sie unter widrigsten Umständen Rechtsseminare und Sozialpädagogik-Module in 2 Jahren nachholte, erzählt sie hier.
Die Ukrainierin Daria Brusova (31) ist gelernte Apothekerin und arbeitet nun in einer Kindertagesstätte in Oldenburg. Sie spricht über das Bedürfnis anzukommen, das sie mit vielen teilt, die vor Krieg und Verfolgung ihr eigenes Land verlassen müssen. In diesem Zusammenhang erzählt sie, wie sie die ersten Monate in Deutschland wahrgenommen hat.
Daria Brusova (31) hat u.a. Anschluss in einer Volleyballmannschaft gefunden. Dort ist sie die „Einzige aus der Ukraine in dem Team“, wie sie ganz stolz berichtet. Sie erzählt zudem von der Unterstützung anderer Ukrainer*innen und wie sich ihr Leben – auch mit Sprachbarrieren – in Deutschland seit ihrer Ankunft entwickelt hat.
Daria Brusova (31) nimmt die Arbeitskultur in Deutschland als kooperativ wahr. Hier erzählt sie, wie für sie der Einstieg in die Arbeitswelt war, auch wenn noch Sprachbarrieren bestehen. Man unterstützt sich gegenseitig. Dann sind die teils lästigen bürokratischen Genehmigungsverfahren auch leichter zu ertragen.
Ilze Hundegger (45) und Magdalena Baur (29), Migrationsberaterinnen der Diakonie in München, berichten von ihrer Arbeit mit Ratsuchenden aus aller Welt: „Kein Tag ist gleich, jeder Mensch hat seine eigene Fragestellung.“
Die Münchner Migrationsberaterinnen Magdalena Baur (29) und Ilze Hundegger (45) erzählen von den Erwartungen ihrer Klientinnen und Klienten, von erlebter Freundlichkeit, aber auch von Ängsten und Diskriminierung.
Ilze Hundegger (45) und Magdalena Baur (29) fordern als Migrationsberaterinnen eine schnellere Anerkennung ausländischer Abschlüsse, mehr Integrationskurse mit Kinderbetreuung sowie einen leichteren Weg zum Spracherwerb. Trotz aller Hürden gibt es auch Erfolgsgeschichten zu berichten.
Die Syrerin Hind Youssef (34) ist Mutter zweier Kinder und folgte ihrem Mann nach Deutschland, als ihr erstes Kind gerade fünf Monate alt war. Im Interview erzählt sie, warum sie nach Oldenburg zogen und welchen Eindruck sie von Deutschland hatte und hat.
Die Syrerin Hind Youssef (34) fühlt sich in Deutschland angekommen. Sie verbessert ihr Deutsch in einem Sprachkurs, durch ihr Praktikum und ihre Nachbarschaft. Warum sie ihre Migration in ein anderes Land trotz der Sehnsucht nach ihrer Familie in Syrien als Vorteil empfindet, erläutert sie im Interview.
Die Syrerin Hind Youssef (34) ist gelernte Erzieherin und arbeitet nun als Praktikantin in einer Kindertagesstätte in Oldenburg. Sie erzählt, wie unterschiedlich die Arbeit von Erzieher*innen in Syrien und Deutschland ausfällt und wie sie zu ihrem Praktikum kam.
Rosa Castaño (24) kam aus Spanien nach Oldenburg. Im Interview erzählt sie, welchen ersten Eindruck sie von Deutschland erhielt und dass das Ankommen bei den Menschen seine Zeit braucht.
Die Spanierin Rosa Castaño (24) führt im Interview aus, wie wichtig gute Sprachkenntnisse für ihr Leben in Deutschland sind – und wie unwichtig das Wetter.
Rosa Castaño (24) hat sich in Spanien als Lehrerin qualifiziert. Sie erzählt, warum sie nun als Fachkraft in einer KiTa in Deutschland arbeitet und wie ihre Arbeit dort aussieht.





































