Hatten Sie sich ein bestimmtes Bild von Deutschland gemacht, bevor sie herkamen?
Ich hatte vorher nur Fotos gesehen und dachte, das ist ein schönes Land. Ich war nie zuvor im Ausland. Als ich hier ankam, war es etwas anders, als ich es mir vorgestellt habe. Es bleibt schön, Deutschland gefällt mir sehr, aber es ist nicht wirklich, wie ich es mir vorgestellt habe. Ich habe sehr freundliche, aber auch nicht so freundliche Personen getroffen.
Haben Sie als Ausländerin schon einmal Anfeindungen erlebt?
Ja, einmal in Düsseldorf. Das hat mich schockiert. Da fühlte ich mich traurig und nicht willkommen. Das kam allerdings nicht von einer deutschen Person, sondern von einer anderen Migrantin.
Haben Sie Gelegenheit, Kontakte zu Deutschen zu knüpfen, vielleicht in einem Verein?
Ich habe in einem Seminar deutsche Freundinnen kennengelernt. Mit denen bin ich auch weiter im Kontakt.
Was gefällt Ihnen besonders in Deutschland?
Ich war sehr beeindruckt, dass hier alle Menschen eine Krankenversicherung haben. In Madagascar haben 80 Prozent der Menschen keine und müssen sehr viel Geld bezahlen, wenn sie krank werden. In Deutschland kann man leben wie ein Mensch.
Und was gefällt Ihnen hier gar nicht?
Ich würde mir wünschen, dass die Bürokratie etwas einfacher wäre. Ich persönlich habe sechs Monate gewartet, um einen Termin bei der Ausländerbehörde zu erhalten und danach nochmal sehr lang auf meine Papiere. Es wäre schön, wenn sich daran etwas ändern könnte.
